Lebendige Tradition – Ein Leben mit Obst und Garten
von Peter Mähr, Altenstädter seit Geburt

Text
Geschichte
Seit meiner Geburt bin ich Altenstädter, tief verwurzelt mit der Natur und den Obstgärten unserer Region. Schon als Kind durfte ich meinen ersten Baum veredeln – ein Erlebnis, das mich prägte. Mein Onkel zeigte mir geduldig, wie man einen Trieb sorgfältig schneidet, ihn einfügt und verbindet, bis daraus eine neue, kräftige Pflanze entsteht. Diese Erfahrung entfachte meine lebenslange Begeisterung für Obstsorten, ihren Geschmack und ihr einzigartiges Aroma.
Unsere Familie lebte von und mit der Natur. Meine Mutter wuchs auf einem großen landwirtschaftlichen Hof mit Pferdefuhrhaltung auf, und bei uns spielte der Garten eine zentrale Rolle in der Selbstversorgung. Jahr für Jahr sammelten wir das reife Obst von den Hochstammbäumen, verarbeiteten es und lagerten es für den Winter ein. Schon in meiner Jugend lernte ich, auf dem Feld mitzuarbeiten, Bäume zu schneiden und den Jahreslauf der Natur zu verstehen.
Als ich vor 50 Jahren meine eigene Familie gründete, stand für mich fest: Ein Garten musste dazugehören! Ich pflanzte Obstbäume, setzte Beerensträucher und legte Gemüsebeete an. Ich säte, pflegte und erntete – all das Wissen, das ich als Kind gelernt hatte, setzte ich nun selbst um.
Heute liegt mir der Erhalt alter Obstsorten besonders am Herzen. Jede Frucht erzählt eine eigene Geschichte, jede Sorte besitzt ihren einzigartigen Geschmack. Besonders wichtig ist mir, dass auch kommende Generationen dieses Wissen weitertragen. Deshalb freut es mich, dass in unserem Obst- und Gartenbauverein regelmäßig Schnittkurse angeboten werden, damit möglichst viele Menschen lernen, wie man Obstbäume richtig pflegt und erhält. Denn wer mit der Natur arbeitet, wird reich belohnt.
Nichts begeistert mich mehr, als mich mit anderen Garten- und Obstfreund:innen auszutauschen. Bei unseren Veranstaltungen teilen wir unser Wissen, erzählen von unseren Erfahrungen und lernen voneinander. Lange Zeit war ich als Obmann des Obst- und Gartenbauverein Altenstadt aktiv. Dieses Amt habe ich an Cornelia Malin übergeben, die mit viel Engagement die Interessen unseres Vereins weiterträgt. Mein Wunsch für die Zukunft? Ein öffentlicher Obstgarten
in Altenstadt, in dem jede:r pflücken, kosten und die Fülle der Natur erleben kann. Denn nichts verbindet uns mehr als die Freude an der Ernte und die Wertschätzung für das, was uns die Natur schenkt.
Text
Geschichte in leichter Sprache
Ich heiße Peter.
Ich bin Rentner.
Ich lebe seit meiner Geburt in Altenstadt.
Als Kind durfte ich schon Obstbäume schneiden.
Mein Onkel zeigte mir, wie das geht.
Unsere Familie lebte mit der Natur.
Wir hatten Obstbäume.
Wir sammelten jedes Jahr Früchte.
Meine Mutter kam von einem großen Bauernhof.
Als ich selbst eine Familie gründete, war klar:
Ich brauche einen Garten.
Ich pflanzte Obst, Beeren und Gemüse.
Heute ist mir wichtig, alte Obstsorten zu erhalten.
Sie haben besondere Aromen.
Im Obst- und Gartenbauverein zeigen wir, wie man Bäume richtig schneidet.
Ich war lange Obmann.
Ich wünsche mir, dass es in Altenstadt einen Obstgarten gibt.
Den sollen alle nutzen dürfen.
Denn Ernten verbindet.
Audio
Geschichte
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Geschichte in leichter Sprache
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